Ältere Menschen im Straf- und Massnahmenvollzug

Ältere Menschen im Straf- und Massnahmenvollzug

Band 10
Perspektiven für den Umgang mit älteren Menschen im Vollzug
Mit dem vorliegenden Band wird einer wichtigen Thematik Rechnung getragen: Der mittlere Bestand von Personen über 60 Jahre hat sich im Straf- und Massnahmenvollzug der Schweiz gemäss den Zahlen des Bundesamtes für Statistik von 1984 bis 2024 mehr als verdreifacht. Es zeigt sich eine kontinuierliche Alterung der Vollzugspopulation. Die Vollzugseinrichtungen sind auf jüngere, gesunde Insassen ausgerichtet. Sowohl in Bezug auf die Infrastruktur wie auch organisatorisch sind sie bei älteren Menschen überfordert und eine sachgerechte medizinische Versorgung ist bei dieser Insassenpopulation ebenfalls oft nicht gewährleistet. Dem Vollzugspersonal fehlt überdies eine spezifische Ausbildung in Geriatrie oder Gerontopsychiatrie. Die Umstände nach einer Entlassung sind bei älteren Menschen unter verschiedenen Aspekten problematisch. Gleichzeitig lassen empirische Studien den Schluss zu, dass die Rückfallproblematik bei diesen deutlich weniger ins Gewicht fällt als bei jüngeren Personen. Unter ethischen und rechtlichen Gesichtspunkten stellt sich unter diesen Umständen die Frage nach der Verhältnismässigkeit einer weiteren Internierung mit hohen Sicherheitsstandards. Bei älteren Menschen ist ein spezielles, besonderes Augenmerk auf die Planung der Entlassung aus dem Straf- und Massnahmenvollzug zu richten. Im Vordergrund stehen betreute Settings – spezialisierte Wohnformen, ambulant-forensische Betreuung oder forensische Pflegeeinrichtungen – sowie enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Justiz, Sozialarbeit, Gerontologie und Gesundheitswesen. Es besteht noch grosser Handlungsbedarf.
August 2026, 110 Seiten, broschiert, Forum Justiz & Psychiatrie, Bd. 10, 1. Auflage, Deutsch
Stämpfli Verlag AG
9783727222689

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