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Rezeption deutscher Mystik in der russischen Geistesgeschichte und Literatur

Die besonders produktive Rezeption deutscher Mystik, explizit auch Meister Eckharts, fällt im Russischen Imperium mit der allgemeinen kulturellen Glanzzeit um 1900 zusammen. Moderne Theosophie, Anthroposophie und die zweite Phase des russischen Symbolismus wirken als Gelenkstellen, die ein gemeinsames Interesse am Transzendenten, am Esoterischen und auch am Okkulten als Signum ihrer Zeit bedienen. Diese kulturelle Konjunktur ermöglicht beispielsweise M. Sabasnikovas Eckhartübersetzung (1912), wirkt zugleich nachhaltig auf die von Jakob Böhme und Meister Eckhart geprägte (exil-)russische Religionsphilosophie bei N. Berdjaev im frühen 20. Jahrhundert ein oder zeitigt literarische Blüten in Gestalt von V. Brjusovs symbolistischem Roman "Der feurige Engel" (1907/1908), der im Spannungsfeld zwischen Frauenmystik, Observanz und Hexenwahn angesiedelt ist. Zusammengefasst lotet die Studie Transferbewegungen und Transformationen der deutschen Mystik(-tradition) in Russland um die Jahrhundertwende aus.

April 2026, 429 Seiten, Meister-Eckhart-Jahrbuch. Beihefte, Bd. 09, Deutsch
Kohlhammer
978-3-17-044514-7

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