Peripherie als Perspektive

Ostwestfalen-Lippe seit den 1950er Jahren

Fortschrittliche Metropole vs. rückständige Provinz? Entgegen einem verbreiteten Eindruck zeigt Ostwestfalen-Lippe (OWL), dass gesellschaftliche Transformationen seit den 1950er Jahren keineswegs nur von urbanen Zentren ausgingen, sondern auch in klein- und mittelstädtischen ländlichen Räumen eigene Dynamiken entfalteten. Lange galt OWL als strukturschwache Peripherie Nordrhein-Westfalens. Tatsächlich aber entwickelte sich hier eine der dynamischsten Wirtschaftslandschaften Westdeutschlands - und zugleich eine Gesellschaft im Umbruch. Die Beiträge untersuchen Politisierungsprozesse, den Ausbau von Infrastrukturen, Migration und Mobilität sowie tiefgreifende soziale Veränderungen. Dabei wird deutlich: Zentrum und Peripherie standen nicht in einem einfachen Verhältnis von Vorbild und Nachahmung. Die peripher gelegenen Räume wirkten ihrerseits auf andere Regionen ein, beeinflussten Entscheidungen der politischen Zentrale und entwickelten eigenständige Transformationspfade.

Oktober 2026, 421 Seiten, Forschungen zur Regionalgeschichte, Bd. 95, Deutsch
Brill I Schoeningh
978-3-506-70564-8

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