Tötung statt Trennung?

Die Trennungstötung und der Umgang mit Emotionen im Rahmen der Bewertung als Mord aus sonst niedrigen Beweggründen

Zunächst wird abstrakt die Rolle von Emotionen bei der Bewertung als Mord aus sonst niedrigen Beweggründen untersucht. Motive können nur die handlungsleitenden, emotionsauslösenden Wünsche sein, nicht die Emotionen selbst. Eine Beherrschung von Gefühlen und Motiven kann nicht gefordert werden, vielmehr ist dem Täter zuzumuten, sich nicht dadurch zum Handlungsentschluss motivieren zu lassen - dies ist auf Schuldebene als Teil der Steuerungsfähigkeit zu prüfen.

Für die Betrachtung des konkreten Motivs ist der typische, psychische Prozess hin zur Trennungstötung relevant. Das Motiv beinhaltet das Absprechen des Rechts auf freie Selbstbestimmung, Autonomie und eigenen Willen des Opfers, das Absprechen des Existenzrechts ohne Erfüllung der selbstkonzeptstabilisierenden Funktion für den Täter und schließlich die Umsetzung all dessen über die Beherrschungshandlung der Tötung, das Motiv ist damit grundsätzlich niedrig. Bestimmte stereotype Rollenvorstellungen befördern beschriebene Entwicklung.

octobre 2026, env. 408 pages, Strafrechtliche Abhandlungen. Neue Folge, Bd. 344, Allemand
Duncker & Humblot GmbH
978-3-428-19863-4

Autres titres de la collection: Strafrechtliche Abhandlungen. Neue Folge

Afficher tout

Autres titres sur ce thème