Die Bedeutung der kartellrechtlichen Effizienzrechtfertigung im schweizerischen Kartellrecht bei der Beurteilung vertikaler Beschränkungen des Online Vertriebs

Diese Dissertation widmet sich einer rechtsvergleichenden Analyse der kartellrechtlichen Behandlung vertikaler Beschränkungen im Online-Vertrieb in der Schweiz und der Europäischen Union. Ziel ist es, die rechtlichen und ökonomischen Herausforderungen im Kontext des wachsenden Online Vertriebs zu untersuchen. Die Ergebnisse zeigen, dass der Online-Vertrieb ein Spannungsfeld zwischen Effizienzgewinnen, Kontrollverlusten und erhöhtem Konfliktpotenzial schafft. Gleichzeitig erweist sich die gesteigerte Markttransparenz als ambivalent, da Unternehmen Anreize haben, diese strategisch zu begrenzen. Der Rechtsvergleich verdeutlicht zudem, dass trotz ähnlicher materieller Voraussetzungen Unterschiede im Sanktionsrisiko und in der Rechtssicherheit bestehen, wobei die Effizienzrechtfertigung in der Praxis häufig an hohen Nachweisanforderungen scheitert. Die Arbeit leistet einen Beitrag zum Wettbewerbsrecht, indem sie die ökonomischen und rechtlichen Implikationen des Online-Vertriebs systematisch zusammenführt und die Effizienzrechtfertigung vertikaler Beschränkungen vergleichend einordnet. Sie macht bestehende Unsicherheiten in der Rechtsanwendung sichtbar und arbeitet strukturelle Unterschiede zwischen der schweizerischen und der europäischen Praxis heraus. Damit trägt die Studie zur konzeptionellen Weiterentwicklung der rechtswissenschaftlichen Diskussion sowie zur fundierten Beurteilung digital geprägter Vertriebssysteme bei.
September 2026, 650 Seiten, Deutsch
Helbing & Lichtenhahn
978-3-7190-5143-3

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