wespennest - zeitschrift für brauchbare texte und bilder

nummer 190 - Risiko
Sagenhafte 40 Jahre ist es her, dass der Soziologe Ulrich Beck seine groß gedachte Zeitdiagnose zur «Risikogesellschaft» publizierte. Das Buch wurde unter anderem zum Erfolg, weil kurz vor Erscheinen der Reaktorblock Nr. 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl explodiert war. Ulrich Becks Diagnose über die Unberechenbarkeit der Technikfolgen wurde so gewissermaßen zur Prophetie. Im Schwerpunkt «Risiko» fragt wespennest nach: Was ist noch haltbar an den Thesen von damals, wie hat sich mittlerweile der Begriff des Risikos verändert und wie der Umgang mit Gefahren? Ins Unendliche gewachsen jedenfalls sind die Datenmengen, die für statistische Wahrscheinlichkeitsberechnungen und Zukunftsszenarien zur Verfügung stehen, doch das Hase-und-Igel-Spiel zwischen risk-taking und risk-reduction scheint immer weiterzugehen, nur auf höherem Level. «Risiko» heißt auch ein beliebtes Strategiespiel, dessen ursprünglicher Titel «Eroberung der Welt» lautete. Es findet nicht nur auf dem Spielbrett statt. Um den Umgang mit «Kriegsrisiko» wird es im wespennest-Schwerpunkt gehen und um den inneren Zusammenhang von Risiko und Profit. Sich einer Gefahr auszusetzen und sie – vielleicht – zu überstehen, ist das Wesen des Glücksspiels und der Sucht. No risk, no fun. Nichts euphorisiert den Menschen so sehr wie das angeblich einträgliche Spiel mit dem Feuer und der Bombe.
Mai 2026, 112 Seiten, Deutsch
Beck, C H
978-3-85458-190-1

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