Reden ist Silber, Zuhören ist Gold

Phänomenologische Psychopathologie im Dialog mit epistemischer Ungerechtigkeit

Menschen mit psychischen Störungen sind auf folgenreiche Weise von epistemischer Ungerechtigkeit betroffen. Negative Vorurteile führen zu einer ungerechtfertigten Herabsetzung ihrer Glaubwürdigkeit. Darüber hinaus beeinträchtigen starre Klassifizierungen in Diagnosehandbüchern ihre Fähigkeit, die eigenen Erfahrungen vollständig zu verstehen und zu kommunizieren. Vor diesem Hintergrund wird die phänomenologische Psychopathologie als mögliche Methode zur Verbesserung dieser Ungerechtigkeit diskutiert. Dabei werden die phänomenologische Reduktion und die Pathologisierung innerhalb der phänomenologischen Psychopathologie kritisch hinterfragt, wodurch zwei Limitationen dieser Methode herausgestellt werden, die eine kritische intersektionale Weiterentwicklung motivieren. Es ist ein Plädoyer für eine inklusivere und respektvollere Einbeziehung der Erfahrungen von Menschen mit psychischen Störungen. Die Ausführungen ebnen den Weg zu einer (epistemisch) gerechteren psychiatrischen Praxis, die den Betroffenen auch wirklich zuhört.

Juli 2026, 94 Seiten, libri virides, Bd. 56, Deutsch
Bautz, Traugott
978-3-68911-063-5

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