(Un-) Doing Gender in Familienunternehmen

Aushandlungsprozesse der Legitimität im Zuge der Führungsnachfolge

Barbara Pundy analysiert den Stellenwert von Geschlecht bei der Legitimitätskonstruktion von Nachfolgenden in der Führungsfunktion in kleinen Familienunternehmen. Ausgehend von den Limitierungen etablierter Ansätze zur familieninternen Nachfolge, die in drei theoretische Positionen zusammengefasst werden, formuliert sie eine alternative, systemtheoretisch-konstruktivistische Perspektive auf Legitimitätskonstruktion als kommunikativen Aushandlungsprozess in Ergänzung zu den Systemen Familie, Familienunternehmen und Unternehmer*innen-Familie. Im Rahmen von Fallstudien, in denen Übergebende und Nachfolgende zu Wort kommen, zeigt sich, wie unterschiedlich und fluide die Konstruktion von Geschlecht im Sinne von (Un-)Doing Gender in der Kommunikation abläuft und wie differenziert Legitimationsstrategien ausfallen. Die Entwicklung einer speziellen Logik lässt sich vor allem in konfliktbehafteten Situationen beobachten, die die Relevanz asymmetrischer Machtbeziehungen hervorheben. Es gelingt ihr aufzuzeigen, wie latent vorhandene stereotype Geschlechterbilder, losgelöst von der jeweiligen Person, punktuell ihre widersprüchliche Wirkung entfalten und welche Dynamiken dadurch entstehen. Indem die Arbeit eine dichotome Sichtweise der Geschlechterverhältnisse überwindet, leistet sie einen bedeutenden Beitrag zum Verständnis von Prozessen des (Un-)Doing Gender in der Legitimitätskonstruktion und zu einem neuartigen Blick auf die Praxis von Nachfolgeprozessen aus Sicht der Beteiligten.

août 2026, env. 364 pages, Familienunternehmen und KMU, Allemand
Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
978-3-658-52493-7

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