Fayence-Fliesen auf Schloss Caputh

Schloss Caputh in Schwielowsee ist das älteste erhalten gebliebene Lustschloss aus der Zeit des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1620 - 1688) in der Potsdamer Kulturlandschaft. An dieser Stelle existierte seit 1594 ein Rittergut, das im Dreißigjährigen Krieg weitgehend zerstört wurde. Nach mehrfachen Besitzerwechseln, Um- und Ausbauten, vor allem unter Kurfürstin Dorothea Sophie von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg (1636 - 1689), erwarb der spätere Preußenkönig Friedrich I. (1657 - 1713) das Schloss zurück und nutzte es gelegentlich als Jagdschloss. In dieser Zeit entstand auch der Fliesensaal, aus dem das Motiv für dieses handliche A5-Skizzenbuch mit Leinenbindung und praktischem Gummiband zum Verschließen stammt. Der Raum war zunächst eine schlichte Diele und wurde nun als eine Art Grotte mit Wasserbecken angelegt und als Sommerspeisesaal genutzt. Fünf Themenbereiche finden sich im Fliesensaal von Caputh: Schiffe, Landschaften, Hirten, Tiere, und - für die niederländische Fliesengestaltung typisch und einmalig - Szenen aus dem Alltagsleben sowie Kinderspiele. Sie bestehen aus Ton und Mergel, die Motive sind in Cobaltblau auf die weiße (aber in unterschiedlichen Tönen changierende) Zinnoxidglasur aufgemalt.

janvier 2026, 160 pages, Allemand
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