Designobjekt Mensch
Was passiert, wenn der Mensch selbst zum Designobjekt wird? Und welche Bedeutung kommt dabei digitalen Technologien, insbesondere der Künstlichen Intelligenz (KI), zu? Diesen Fragen gehen die Beiträge in diesem Sammelband nach, der die Vorträge und Diskussionen der 11. Transfertagung „eHealth & Society“ zusammenstellt.
Im Fokus steht das Spannungsfeld zwischen medizinischem Fortschritt, technologischer Innovation und gesellschaftlicher Verantwortung. Digitale Technologien verändern nicht nur Diagnostik und Therapie, sondern prägen zunehmend auch Vorstellungen davon, was als gesund, normal oder erstrebenswert gilt. Neben ästhetischen Eingriffen und KI-gestützter Bildbearbeitung gewinnen Phänomene wie Looksmaxxing , digitale Identitäten und virtuelle Avatare an Bedeutung. Doch das Phänomen „Designobjekt Mensch“ reicht weit über Fragen von Ästhetik hinaus. Es umfasst auch die Bereiche Reproduktionsmedizin, Longevity und mentale Gesundheit.
Im Gesundheitswesen erweitert KI die Möglichkeiten der Versorgung. Gleichzeitig geraten Behandelnde zunehmend unter Druck, sich digitalen Systemen anzupassen: Der Zwang zur Nutzung von Telemedizin, die Auslagerung von Behandlungen an Avatare oder der Einsatz robotischer Assistenzsysteme sind nicht selten ökonomisch motiviert – etwa durch Personalmangel, steigende Kosten oder Effizienzerwartungen der Gesundheitssysteme.
In den Beiträgen beleuchten Expertinnen und Experten aus Medizin, Informatik, Public Health, Ethik, Soziologie, Psychologie sowie der Sozialen Arbeit Chancen, Risiken und ethische Herausforderungen dieser Entwicklungen. Sie diskutieren, wie technologische Innovation und gesellschaftliche Verantwortung miteinander in Einklang gebracht werden können und welche Perspektiven sich für eine menschenorientierte Gesundheitsversorgung eröffnen.
Die Herausgeberinnen und Herausgeber
Prof. Dr. habil. Manfred Cassens lehrt im Hochschulbereich Gesundheit und Soziales an der FOM Hochschule in München; zudem ist er Direktor des FOM-Instituts für Gesundheit & Soziales (ifgs). Prof. Dr. Thomas Städter lehrt im Hochschulbereich Wirtschaftsinformatik der FOM Hochschule in München; zudem ist er Koordinator der Forschungsgruppe eHealth am FOM-Institut für Gesundheit & Soziales (ifgs). Dr. Nicole Gröne ist Unternehmensberaterin für Digitalisierung und Künstliche Intelligenz, sowie nebenberuflich Lehrende an der FOM Hochschule in München. Assoc.-Prof. Dr. Erzsébet Printz-Markó ist Dozentin am Lehrstuhl für Psychologie und Gesundheitsmanagement der Fakultät für Gesundheits- und Sportwissenschaften an der Széchenyi-István-Universität in Ungarn, sowie wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forschungsgruppe des Wissenschaftlichen Forschungsinstituts der Ungarischen Kurorte.
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