Diese Studie untersucht die sowjetische Reiseskizze bzw. -reportage der Zwischenkriegszeit, die bis heute ihre Aktualität bewahrt hat. Als ein politisches Mittel sowie ein transgressives und interkulturelles Genre hat sie die russischsprachige Literatur für neue Technologien geöffnet. Das Massenmedium bezieht neben Akteuren rund um LEF wie Sergej Tret'jakov, Boris Kušner und Viktor Šklovskij eine Reihe von Frauen ein, darunter Vera Inber, Mari¿tta Šaginjan und Zinaida Richter. Die Studie nimmt Konfigurationen des reisenden Schreibens, Fotografierens und Filmens in den Blick. Close readings auf der Basis eines intertextuellen und -medialen Zugangs entwerfen eine Typologie, die die fluide Genrehaftigkeit als produktiven Zustand diskutiert: Dabei greifen Vergleichs-, Evidenz- und Abenteuernarrative ineinander. Für das Erfassen der Beziehung mobiler Praktiken und intertextueller Poetiken unterbreitet die Analyse das Konzept der Intertravelität.

