Der Mensch als das noch nicht festgestellte Thier

Nietzsches anthropologische Subjektivitätskritik

Das Selbstverständnis des Menschen wird im 19. Jahrhundert - das allgemein als das Zeitalter sowohl der Geschichte als auch der Wissenschaften gilt - zunehmend aus biologischen, historischen und sozialen Bedingungen hergeleitet. Auch Nietzsche, der sich mit Descartes, Kant, Schopenhauer und den Lebenswissenschaften des 19. Jahrhunderts auseinandersetzt, historisiert und naturalisiert den Menschen dezidiert. Seine Vernatürlichung des Menschen sollte jedoch, dafür plädiert dieses Buch, nicht als rein theoretisches Programm betrachtet werden. Denn Nietzsche bemüht sich auch, in einem dekadenten Zeitalter das schöpferische Potenzial des Menschen zurückzugewinnen. Die Nicht-Feststellbarkeit des Menschen ist daher nach ­Nietzsche nicht als beklagenswerte Tatsache wahrzunehmen. Vielmehr liegt in ihr die Möglichkeit zur Selbstgestaltung des Menschen begründet.

Juni 2026, 305 Seiten, Gebunden, Beiträge zu Friedrich Nietzsche, Bd. Band 27 27, Deutsch
schwabe
978-3-7965-5532-9

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