"Da wurde geschwenkt, aufmarschiert, gelaufen, daß es eine Lust war."

Die staatliche Jugendwehr (1914-1918)

Markus Raasch wirft in dieser Studie einen innovativen Blick auf die bisher wenig beachtete staatliche Jugendwehr, die im Ersten Weltkrieg männliche Jugendliche paramilitärisch schulen sollte und in das Leben von Millionen Menschen unmittelbar eingriff. Das Buch nimmt ideelle Grundlagen und Organisationsstrukturen ebenso wichtig wie die Erfahrungen der Betroffenen. Zudem bettet es die deutsche Entwicklung konsequent in internationale Zusammenhänge ein. So wird deutlich, dass die staatliche Jugendwehr mit ihren örtlichen Kompagnien ein bürokratisches Ungetüm war und zugleich ein fester Bestandteil der Kriegsgesellschaft. Sie beschleunigte die soziale Militarisierung nachdrücklich, gab der deutschen (Jugend-)Kriegskultur ein spezifisches Gepräge und kann als Wegbereiter des Nationalsozialismus gedeutet werden.

August 2026, 361 Seiten, Krieg in der Geschichte, Bd. 128, Deutsch
Brill I Schoeningh
978-3-506-70500-6

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