Vormoderne Praktiken der Philologie

Der Sammelband untersucht philologische Praktiken in vormodernen Schriftkulturen aus globaler Perspektive. Im Zentrum stehen einerseits  etablierte Begriffe wie »Grammatik« oder »Hermeneutik«, andererseits  Techniken des Textumgangs: Kommentieren, Glossieren, Kompilieren, Übersetzen, Abschreiben oder Kanonisieren. Diese Praktiken sichern nicht nur die Überlieferung von Schriftzeugnissen, sondern transformieren sie auch. Ziel des Bandes ist es, die Vielfalt und Eigenlogik vormoderner Philologien sichtbar zu machen, ohne sie als bloße Vorformen der europäischen philologischen Disziplinen abzutun. Die Beiträge basieren auf Fallstudien und analysieren die materiellen Bedingungen (z. B. Schriftträger), sozialen Funktionen (etwa Kanonbildung, Identitätsstiftung) und politischen Dimensionen (z. B. Machtfragen, Wissensordnungen, Institutionen) philologischer Arbeit. Der Band versteht sich als Beitrag zu einer interkulturellen (cross-cultural) Philologieforschung jenseits eurozentrischer Narrative.
Juni 2026, 466 Seiten, CROSS-CULTURAL PHILOLOGY, Englisch/Deutsch
De Gruyter
978-3-11-166478-1

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