Sublimierung

Ein Grenzkonzept der Psychoanalyse

Sigmund Freud sprach von der Sub­limierung als einem 'Grenzkonzept der Psycho­analyse'. Der Begriff ist in seinem Werk präsent von den frühen Briefen an Wilhelm Fließ bis zu den Spätwerken. Sub­limierung bedeutet für ihn einen reifen Abwehr­mechanismus, aber sie gilt ihm auch als Motor jeglicher Kulturarbeit. Das Fehlen eines kohärenten Sub­limierungskonzepts bei - und nach - Freud wurde und wird von vielen Autorinnen und Autoren moniert. Bis heute blieb die Sub­limierung einerseits ein 'Aschenputtel' der Metapsychologie (Civitarese), andererseits aber sei 'die gesamte Psycho­analyse ein Effekt der Sub­limierung' (André Green). In diesem Buch wird die Entwicklung des Sub­limierungsbegriffes sowohl in Freuds Werken als auch bei zahlreichen späteren ­Autorinnen und Autoren nachgezeichnet. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den immer noch zu wenig rezipierten Arbeiten­ Hans ­Loe­walds­ zum Thema als Bindeglied zwischen trieb­theoretischen, ich-psychologischen und intersubjektiven Positionen zur Sub­limierung: Für Loe­wald ist Sub­limierung mehr als Abwehr und Triebverzicht - er feiert sie als Versöhnung zwischen frühen, präverbalen dyadischen Erfahrungen des Kindes und den reiferen Ich-Leistungen, zwischen Primärprozess und Sekundärprozess. Weitere aktuelle Arbeiten zur Sub­limierung bis hin zur post-bionischen Feldtheorie werden ebenso vorgestellt wie Texte zur psycho­analytischen Theorie der ästhetischen Erfahrung und des kreativen Prozesses. Abschließend bietet der Autor Überlegungen zu einzelnen ­ungeklärten Aspekten des Sub­limierungsbegriffes und thematisiert die klinische Relevanz von Sub­limierungsprozessen.

Juli 2026, 260 Seiten, Deutsch
Brandes + Apsel Verlag Gm
978-3-95558-428-3

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