Zwischen 1789 und 1829 erlebte der deutschsprachige Raum erst die Umwälzungen der Französischen Revolution und der Napoleonischen Kriege, dann die Restauration. In dieser Zeit wurden die Konturen des Rechts im Diskurs ausgehandelt. Am Begriff des Nationalgesetzbuchs entzündete sich eine zugespitzte Debatte, überfrachtet mit nationalen Hoffnungen und dem Wunsch nach Einheit. Gleichzeitig bestimmte ein Diskurs aus politischen, literarischen, publizistischen und wissenschaftlichen Äußerungen, welche Rechtsnormen Geltung erlangten oder abgelehnt wurden. Mit den Mitteln der Kritischen Diskursanalyse nach Jäger und Foucault zeichnet diese Studie jene Auseinandersetzung nach und macht deutlich, dass auch die Nichtbeachtung eines Gesetzbuchs ist ein diskursiver Akt ist. Im Kaisertum Österreich wurde mit dem Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch eine moderne Kodifikation eingeführt, während in den restlichen deutschsprachigen Staaten die Entwicklung andere Wege nahm.

