Rilke ist auch ein Jahrhundert nach seinem Tod noch eine unverwechselbare Gestalt: durch seine ebenso kunstvolle wie kühne Art zu schreiben, die ihn zu einem der großen Autoren des frühen 20. Jahrhunderts gemacht hat, und durch seinen Versuch, ‚künstlerisch zu leben‘, der ihn großen Spannungen vor allem zwischen seiner literarischen und seiner sozialen Existenz aussetzte. In seiner Lyrik wie in seiner Prosa hat dieser Lebensentwurf Rilkes samt seinem Selbstverständnis als Dichter durchgängig Spuren hinterlassen.