Ostdeutsche Systemskepsis und Endzeitstimmung

Ursachen und Folgen

Horst Poldrack widerspricht allen gängigen Befunden. Die Ostdeutschen wenden sich nicht von der Demokratie ab, sondern von einem System, das sie für eine Scheindemokratie halten. Sie sind seit jeher misstrauisch gegenüber eigennützigen Machteliten und hohlen, verlogenen Narrativen. Sie begehren heute mehrheitlich auf gegen die regelbasierte Fassadendemokratie des Westens. Die Erfahrung von 1989 hat zwar den Glauben an die Veränderbarkeit von Machtverhältnissen gestärkt. Doch immer mehr Menschen reagieren störrisch und irrational, weil sie ohnmächtig erleben müssen, wie die regierende Politik die Probleme und Krisen verschärft statt zu lösen. Womit beide Seiten objektiv gegen ihre eigenen Interessen handeln. Horst Poldrack analysiert, warum das so ist. Er konstatiert, dass der moderne Kapitalismus mit seiner Eigendynamik Menschen hervorbringt, die sich ihrem Vormund freiwillig ausliefern und 'nach und nach die Fähigkeit einbüßen, selbstständig zu denken, zu fühlen und zu handeln'. Das sah schon Alexis de Tocqueville so, als er 1835 'Über die Demokratie in Amerika' schrieb.

September 2026, ca. 196 Seiten, Verlag am Park, Deutsch
Edition Ost Im Verlag Das
978-3-89793-420-7

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