Öffnende Einheit und einende Unterscheidung
Einheit ist der Kernbegriff der Spiritualität von Chiara Lubich (1920-2008) und der von ihr angestoßenen Fokolar-Bewegung, die als eine der neuen geistlichen Aufbrüche des 20. Jahrhunderts gilt. Das zentrale Anliegen der Bewegung besteht darin, Menschen in allen Lebensbereichen zu einer dem Evangelium entsprechenden Liebe zu motivieren. Wo diese Liebe erwidert und damit gegenseitig wird, öffnet sich der Raum für die Gegenwart des Auferstandenen unter den Menschen. Und wo er in ihrer Mitte ist, da sind sie eins in ihm. Wo immer im menschlichen Miteinander von Einheit die Rede ist, stellt sich jedoch unmittelbar die Frage nach der Unterscheidung, der Eigenständigkeit, der Individualität, der diese Publikation nachgehen will. Wo bleibt in der Erfahrung des Eins-Werdens der Einzelne, das unverwechselbare Individuum? Wie gehen Einheit und Eigenständigkeit zusammen? Welche Antworten auf diese Fragen finden sich in den mystischen Gründungstexten von Chiara Lubich? Wie relevant sind diese Einsichten für eine christliche Bewegung am Übergang von der charismatischen Gründerzeit zur Nachgründerzeit?
Tyrolia Verlagsanstalt Gm
978-3-7022-4364-7


