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Lernen von Charlie Chaplin?

Psychoanalytische Überlegungen zur kreativen Transformation sadomasochistischer Impulse im Verlaufe des Lebens

Täter und Opfer, Macht und Ohnmacht sowie verletzende Grausamkeiten und deren Erleiden und Ertragen manifestieren sich in allen Gesellschaften und in den unterschiedlichsten Intensitäten. Im Verlauf der Entwicklung vom Kleinkind bis zum Erwachsenen gilt es, Formen zu finden, wie diese Interaktionsarten transformiert, also in gesellschaftlich ­tolerable Verhaltensweisen umgeformt werden können. Chaplins erste Stummfilme entstanden im Umfeld des Ersten Weltkriegs. Sie sind voller grober, sadistischer und masochistischer Handlungen, die eine enorme Anzahl von Menschen in einer Zeit voller Gewalt begeisterten, denn die Menschen konnten sie schuldfrei und den Wider­wärtigkeiten trotzend anschauen und befreiend lachen. Im Verlaufe seines Lebens gelang es ihm dann mittels Humor und ­Kreativität, die alten sadomasochistischen Impulse in poetische und humane Filme in Auseinandersetzung mit den grundsätzlichen Themen seiner Epoche aufzunehmen. Das Buch geht den Schritten seiner enormen Reifung und dabei der Tragik und dem Glück in seinem Leben nach. Bürgin und Steck stellen dazu Überlegungen an, welche seelischen unbewussten Prozesse bei Chaplin zum Tragen gekommen sein mögen, um die schweren frühen Traumatisierungen in ein die Zeiten überdauerndes künstlerisches Werk möglich zu machen. Somit ein durchaus für die Gegenwart ­wiederzuentdeckendes Vorbild!

Februar 2026, 280 Seiten, Deutsch
Brandes + Apsel Verlag Gm
978-3-95558-412-2

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