Innenhaftung des fehlerhaften Organwalters

Zur Rückbindung der organschaftlichen Pflichten- und Befugnisdogmatik im Gesellschaftsrecht an die Institute des Bürgerlichen Rechts

Dieses Open-Access-Buch ist ein unverzichtbares Werk für Wissenschaftler und Praktiker im Gesellschaftsrecht. Die „Lehre vom fehlerhaften Organwalter“ durchbricht seit den 1960er Jahren dogmatische Grundstrukturen, indem sie spezialgesetzliche Organhaftungen (etwa nach § 43 GmbHG, § 93 AktG) auf nichtige Anstellungs- und Bestellungsverhältnisse erstreckt. Getrieben von der Sorge vor Schutzlücken zulasten der Gesellschaft hat sich ein gesellschaftsrechtliches Sonderregime etabliert. Hubertus Scherbarth unterzieht diese Praxis einer umfassenden Revision. Unter Einbeziehung der Schuldrechtsmodernisierung arbeitet der Autor gremienübergreifend heraus, dass das allgemeine Zivilrecht längst ein tragfähiges Gerüst bietet, um die Haftung aus anvertrauter Einwirkungsmacht zuverlässig zu begründen. Durch die konsequente Ausdifferenzierung organschaftlicher Pflichten in Organwaltungspflicht sowie leistungsbezogene und nicht-leistungsbezogene Treuepflichten löst die Arbeit tiefgreifende haftungsrechtliche Widersprüche auf. Anhand lebensnaher Fallbeispiele – von versäumten Geschäftsabschlüssen über Anfechtungen in der Unternehmenskrise bis hin zur Tätigkeitsverweigerung – beweist das neu entwickelte System seine Überlegenheit gegenüber der herrschenden Meinung in Rechtsprechung und Literatur. 

März 2027, ca. 472 Seiten, Schriften zum Stiftungs- und Gemeinnützigkeitsrecht, Deutsch
Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
978-3-658-53609-1

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