Immer mühsamer hält sich die Profitrate

Eine Studie über theoretische und praktische Rettungsversuche am Spätkapitalismus

Die Politische Ökonomie versteht sich als Wissenschaft des Kapitalismus. Doch was, wenn sie zugleich Teil ihres Gegenstandes ist - und dessen Widersprüche, Denkformen und Rechtfertigungsstrategien reproduziert? Verträgt sich ein solcher Dualismus überhaupt mit der auf einer Trennung von Subjekt und Objekt beruhenden Methodik neuzeitlicher Wissenschaft? Was käme heraus, wenn man ökonomische Begriffe und Modelle als Untersuchungsgegenstand betrachtet - statt als Instrumente zur Erkenntnisgewinnung? Dieses Buch versucht eine fundamentale Kritik ökonomischer Theorie, indem es anstelle von Unterschieden zwischen Schulen der Wirtschaftswissenschaft deren verborgene Gemeinsamkeiten in den Mittelpunkt stellt. Ausgehend von der seit der ökonomischen Klassik immer wieder neu auflebenden - und genauso zuverlässig wieder totlaufenden - Debatte um einen Fall der Profitrate untersucht Hüller die Kategorien von Wert, Preis, Kapital, Profit und Geld. Dabei zeigt er, dass zentrale Begriffsbildungen der Ökonomie mehr zur Verschleierung als zur Erkenntnis gesellschaftlicher Realität beitragen. Kontroversen zwischen neoklassischen, marxistischen und neoricardianischen Ansätzen erscheinen so als verschiedene Zweige eines gemeinsamen Irrwegs. Die Analyse verbindet kritische Lektüre von Marx mit modernen wertkritischen Weiterentwicklungen und einer exemplarischen Auseinandersetzung mit Modellen des ökonomischen Mainstreams. Im Zentrum steht die Frage, welche gesellschaftlichen Folgen der Zwang zur Kapitalverwertung hervorbringt, und warum Versuche, den Profitratenfall aufzuhalten, die Krisentendenzen des Systems nicht lösen, sondern nur verlagern (und ggf. verschärfen) können. Das Ergebnis ist eine radikale Kritik an den inneren Logiken kapitalistischer Vergesellschaftung - und ein Beitrag zur Debatte über die historischen Schranken des Kapitalismus.

Oktober 2026, ca. 332 Seiten, Deutsch
Andreas Stückler - Verlag krise + kritik
978-3-903658-02-8

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