Goethes Farbkreis

Im handlichen A5-Format und mit einem praktischen Gummiband zum sicheren Verschließen präsentieren sich dieses leinengebundene Blanko-Skizzenbuch. Es zeigt den berühmten Farbkreis aus Johann Wolfgang von Goethes (1749 - 1832) Farbenlehre. Goethe schuf bekanntlich nicht nur ein Jahrzehnte umfassendes literarisches Werk in allen Genres, erfüllte eine Vielzahl von politischen und administrativen Ämtern in Weimar, sondern betätigte sich auch als origineller und unermüdlicher Naturforscher. Über Jahre hinweg fasziniert ihn die Zusammensetzung und Beschaffenheit der Farben. Zur poetischen Rede über Farbebeobachtungen in Lyrik und Briefen kam während der Italienreise (1786 - 1788) die Beschäftigung mit dem Kolorit in der Malerei - eine Zeit, in der er auch selbst viele Zeichnungen anfertigte. Neben der ästhetischen Beschäftigung mit Farben trat der Wunsch, ihre physikalischen Eigenschaften zu durchdringen. 1788, nach Weimar zurückgekehrt, nahm er sich vor, Newtons "Optics" - die maßgebende Theorie seiner Zeit - experimentell nachzuvollziehen. Dass er in seiner Widerlegung Newtons zur Zusammensetzung der Farben irrte, ist bei der Betrachtung der dreiteiligen Schrift "Zur Farbenlehre", die erstmals 1810 erschien, vielleicht nicht entscheidend. Heute - ausgestattet mit ganz anderen technischen Möglichkeiten - beeindruckt viel mehr die Fachdisziplinen überschreitende Kraft von Goethes Denken, sein Bestreben, die in ein System gebrachten Naturerscheinungen mit der menschlichen Erfahrungswelt zu verweben. Goethes "Farbenlehre" ist nach unseren Maßstäben vielleicht weniger Naturwissenschaft als Naturphilosophie - auf jeden Fall aber eine Inspiration zu eigener, genauer Weltbeobachtung.

Januar 2026, 160 Seiten, Deutsch
Monumente Publikationen

Weitere Titel zum Thema