Das globale Geflecht von Lieferketten beruht auf Mechanismen und Machtinteressen, die viele Schäden anrichten. Denn so lukrativ dieses Konstrukt für einige wenige Akteure sein mag, gleichzeitig ist es höchst prekär: Die Rohstoffe werden knapper, immer weitere globale politische Konflikte führen zu Engpässen, und die Ausbeutung nimmt stetig zu - nicht nur anderswo, sondern auch mitten in Europa. Weltweit sterben täglich 8.200 Menschen bei oder infolge ihrer Arbeit. Der Widerstand gegen gesetzliche Regelungen ist in Deutschland und der EU beträchtlich. Trotzdem gibt es weiterhin den unermüdlichen Versuch auf globaler Ebene Unternehmen in die Verantwortung zu nehmen. Gleichzeitig sind Institutionen wie die Welthandelsorganisation gelähmt. Starke Staaten wie die USA mit ihrer chaotischen Zollpolitik setzen sich rücksichtslos durch. Die Notwendigkeit von validen Absprachen, von Nachhaltigkeit und fairen Arbeitsbedingungen, einschließlich einer Bilanzierung der wahren Kosten wirtschaftlichen Handelns, wird immer größer.

