Leistung, Aufstieg, Innovation – der große Mythos

Wie leere Versprechen und falsche Helden unser Leben prägen

Das Streben nach der Leistungsgesellschaft gilt heutzutage als scheinbar ideologiefreier Konsens und wird von PolitikerInnen und KommentatorInnen unterschiedlichster politischer Lager als Lösung für die großen gesellschaftlichen Herausforderungen eingefordert. Uneinigkeit besteht nur darüber, was als Leistung gelten und wer als Leistungsträger anerkannt werden soll. Der Mythos der Leistungsgesellschaft erfüllt eine stabilisierende Funktion und wirkt zugleich als meritokratischer Antrieb des kapita- listischen Motors: Er lässt die enormen sozioökonomischen Ungleichheiten gerecht erscheinen und sorgt dafür, dass wir die Leistungsideologie selbst reproduzieren. Mario Hübler zeigt in diesem Buch, wie in der Leistungsgesellschaft die Erfolglosen ihre Selbstachtung verlieren, aber auch die Erfolgreichen zu Verlierern werden. Die Leistungsgesellschaft verwandelt soziale Unterschiede in moralische Hierarchien und erzeugt ein Klima aus Leistungsdruck, Misstrauen und Angst. Der Leistungsmythos legitimiert ungerechte Ungleichheiten der Gegenwart, der Aufstiegsmythos vertröstet auf den sozialen Aufstieg in der Zukunft und der Innovationsmythos verklärt den Fortschritt zur Heldengeschichte einzelner Unternehmer. Am Ende des Buches werden schließlich ganz konkrete Ansätze zur Überwindung des Leistungsdogmas aufgezeigt. Statt immer höhere Leitern zu errichten, sollten wir die Sprossen enger zusammenrücken - materiell, sozial und kulturell.

juillet 2026, Allemand
Schmetterling Stuttgart
978-3-89657-639-2

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