Klasse, Staat und Imperialismus

Vorlesungen und Texte

Der Politologe Nicos Poulantzas hielt 1977 vier Vorlesungen an der sozial- und politikwissenschaftlichen Panteion-Universität Athen. Nur wenige Jahre zuvor, 1974, war die griechische Militärdiktatur zusammengebrochen - ein Einschnitt, den Poulantzas in seinem Buch 'Krise der Diktaturen' (1975) verarbeitete. Die nun erstmals übersetzten Vorlesungen sind ein außergewöhnliches Dokument: In ihnen führt Poulantzas selbst in jene theoretischen Überlegungen ein, die sich 1976/77 verdichteten und ein Jahr später in seinem wohl bekanntesten Werk 'L'État, le pouvoir, le socialisme' (1978; dt.: Staatstheorie) ihren Ausdruck fanden. Im Zentrum stehen Fragen der Klassentheorie, des kapitalistischen Staates sowie des staatsmonopolistischen Kapitalismus und des Imperialismus. Poulantzas reagiert auf Nachfragen und entfaltet dabei einen thematischen Bogen von bemerkenswerter Aktualität. Ergänzt wird der Band durch Texte und Interviews aus seinen letzten Lebensjahren, die bislang kaum rezipiert wurden und zentrale Probleme diskutieren: die Krise der sozialistischen Arbeiterparteien ebenso wie deren Verhältnis zu den neuen sozialen Bewegungen. Nicos Poulantzas (1936-1979) zählt zu den bedeutendsten marxistischen Staats- und Klassentheoretikern. In Athen geboren, studierte und promovierte er in München (Jura), ging anschließend nach Paris und arbeitete zunächst im Umfeld von Jean-Paul Sartre, später mit Louis Althusser, Michel Foucault und Gilles Deleuze. Bis zu seinem Tod lehrte er Soziologie an der Reformuniversität von Vincennes (Paris).

juillet 2026, env. 152 pages, Theorie (Dietz Verlag), Allemand
Dietz Verlag Berlin GmbH
978-3-320-02444-4

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