Gemeinsamkeit und Individualität in komplexen Netzwerken der deutschen Sprache

Datenanalyse auf der Grundlage der Korpora von Deutschlernern und deutschen Muttersprachlern

Die Netzwerkforschung zielt darauf ab, die allgemeinen Gesetzmäßigkeiten verschiedener komplexer Netzwerke - etwa in biologischen oder sozialen Systemen - zu identifizieren, beispielsweise ihre Small-World-Eigenschaft oder Skalenfreiheit. Demgegenüber wurde den individuellen Besonderheiten der Sprachnetzwerke bislang vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Sprache ist dabei nicht nur ein Netzwerk, sondern stellt zugleich ein komplexes Netzwerk mit eigenen strukturellen und funktionalen Merkmalen dar. Vor diesem Hintergrund führt die vorliegende Studie die Methoden des komplexen Netzwerks in die deutsche Sprachforschung ein. Durch den Aufbau und die Analyse der Sprachnetzwerke auf unterschiedlichen linguistischen Ebenen werden sowohl die universellen Strukturmuster als auch die sprachspezifischen Merkmale des Deutschen eingehend untersucht. Auf praktischer Ebene integriert die Studie eine Vielzahl netzwerkbasierter Analyseverfahren, um die strukturellen Eigenschaften sowie die lexikalischen Zentralitätsmerkmale der untersuchten Sprachnetzwerke umfassend zu rekonstruieren und zu interpretieren. Von besonderer Relevanz ist dabei die Herleitung einer neuen Formel zur Berechnung der Knotenzentralität auf der Grundlage graphentheoretischer Prinzipien, die eine erhöhte Präzision der Zentralitätsmessung gewährleistet. Diese Ergebnisse bieten mehrschichtige und methodisch anwendbare Referenzrahmen für zukünftige Untersuchungen im Bereich der sprachlichen Netzwerkforschung und besitzen aufgrund ihrer Analyseschärfe und Übertragbarkeit einen hohen wissenschaftlichen und praxisorientierten Mehrwert.

juin 2026, 255 pages, Sprache und Sprachkompetenz, Bd. 4, Allemand
Iudicium Verlag
978-3-86205-843-3

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