Die Stabilität des Scheiterns
Warum wiederholen sich Steuerungsprobleme moderner Staatlichkeit trotz wachsender Ressourcen, neuer Technologien und kontinuierlicher Reformen? Aus organisationswissenschaftlicher Perspektive untersucht dieses Buch die strukturellen Ursachen staatlicher Handlungsgrenzen. Anhand historischer und aktueller Fallstudien, vom Flottengesetz des Kaiserreichs über die Polykratie des Nationalsozialismus bis hin zu Bundeswehr, Energiewende und Digitalisierung, werden wiederkehrende Muster organisationaler Entwicklung sichtbar. Im Zentrum steht die These, dass nicht mangelnde Ressourcen oder individuelles Versagen, sondern die zunehmende Komplexität moderner Organisationen ihre Steuerungsfähigkeit begrenzt. Mit dem Wiedemeier-Modell entwickelt der Autor einen analytischen Rahmen, um die Zusammenhänge von Differenzierung, Fragmentierung, Integration und Handlungsfähigkeit systematisch zu beschreiben und für Wissenschaft, Verwaltung und politische Praxis nutzbar zu machen.
Der Inhalt
- Komplexität als Grundbedingung moderner Staatlichkeit
- Differenzierung und Fragmentierung
- Verfahrensdominanz und Verantwortungsdiffusion
- Historische und aktuelle Fallbeispiele
- Das Wiedemeier-Modell als organisationswissenschaftlicher Erklärungsansatz
Der Autor
Ludger Wiedemeier studierte Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität Bonn. Seit mehr als drei Jahrzehnten beschäftigt er sich mit Fragen staatlicher Organisation, Wehrbeschaffung, Verwaltungsmodernisierung und organisatorischer Steuerungsfähigkeit. Beruflich verfügt er über umfangreiche Erfahrungen in komplexen Transformations-, Krisen und Infrastrukturprojekten sowie in den Bereichen IT-Governance, Organisationsentwicklung, Krisenmanagement und öffentliche Verwaltung.
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978-3-658-53438-7

