Die Rolle des Privatrechts als Regulierungsinstrument im sekundären Unionskapitalmarktrecht

Laura Moench untersucht in diesem Buch die Rolle des Privatrechts als Regulierungsinstrument im sekundären Unionskapitalmarktrecht rechtsaktübergreifend. Im Zentrum steht die Frage, in welchem Umfang und mit welcher Zielsetzung der Unionsgesetzgeber Privatrecht zur Verhaltenssteuerung von Kapitalmarktteilnehmern einsetzt. Die Untersuchung zeigt, dass sich privatrechtliche Vorgaben nicht nur ausdrücklich, sondern auch indirekt durch die Auslegung von Sekundärrechtsakten ergeben können. Besondere Bedeutung kommt dabei dem effet utile als Auslegungstopos sowie dessen Konkretisierungen durch den Unionsgesetzgeber zu.

Anhand der Prospekt-, der Marktmissbrauchs- und der Ratingverordnung untersucht Laura Moench die unterschiedlichen Erscheinungsformen privatrechtlicher Regulierung. Die Untersuchung zeigt ein differenziertes Bild: Während die Prospektverordnung die Mitgliedstaaten zur Einführung privatrechtlicher Haftungsansprüche verpflichtet und teilweise deren Ausgestaltung vorgibt, ergibt sich aus der Marktmissbrauchsverordnung keine Pflicht zur Einführung privatrechtlicher Haftungsansprüche für Verstöße gegen die Insiderverbote und das Marktmanipulationsverbot. In der Ratingverordnung ist demgegenüber ein eigenständiger unionsrechtlicher Haftungstatbestand mit besonderer Regelungsstruktur vorgesehen. Mit ihrer unionsrechtlichen Perspektive leistet die Arbeit einen grundlegenden Beitrag zum Verständnis der Rolle des Privatrechts als Regulierungsinstrument im europäischen Kapitalmarktrecht.

août 2026, Schriften zum Stiftungs- und Gemeinnützigkeitsrecht, Allemand
Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
978-3-658-52573-6

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