Die Produktion von Staatenlosigkeit

Behördlich-institutionelle Arbeit im Umgang mit staatenlosen Personen in Österreich

Staatenlosigkeit entsteht nicht zufällig – sie wird in Verwaltungen gemacht. Dieses Buch öffnet die Blackbox österreichischer Migrations , Asyl  und Staatsbürgerschaftsbehörden und zeigt, wie der fehlende Rechtsrahmen zur Staatenlosigkeit im Alltag bearbeitet und legitimiert wird. Auf Basis einer Grounded Theory Analyse, Expert*innen  und Eliteninterviews sowie Vignetten staatenloser Personen identifiziert diese Arbeit drei zentrale Mechanismen behördlicher Praxis: das Legitimieren der Rechtslücke, das Improvisieren zu ihrer Umgehung und das Ablehnen ihrer Schließung. Sie zeigt, wie – getragen von Glaubenssystemen und Normen zu Gerechtigkeit, Relevanz, Rechtsformalismus, Citizenism, Verschleierung und Bedrohung – Entscheidungen getroffen, Kategorien vermieden („staatenlos”) oder ersetzt („ungeklärt/unbekannt”) und damit „Statuslosigkeit” administrativ hergestellt werden. Theoretisch verbindet das Buch Street Level Bureaucracy, institutionelle Arbeit und den Blick auf institutionelles Weißsein. Es macht die unbeabsichtigten Folgen behördlicher Routinen sichtbar, erklärt, wie der Status quo stabilisiert wird, und eröffnet konkrete Ansatzpunkte für rechtliche und verwaltungspolitische Reformen.

octobre 2026, env. 364 pages, Allemand
Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
978-3-658-52958-1

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