Die Selbstvergewisserung von Einheit in der Pädagogik bei geistiger Behinderung

Eine denkstiltheoretische Lehrbuchanalyse

Wie konstituiert sich die Sonderpädagogik als Wissenschaft? Diese Arbeit untersucht am Beispiel der Pädagogik bei geistiger Behinderung (PbgB) die disziplinäre Konstitution und die Etablierung ihres Fachwissens. Ausgehend von Ludwik Flecks Theorie von Denkstil und Denkkollektiv wird analysiert, wie sich eine Wissenschaft anhand eines Personenkreises konstituiert, den sie einerseits durch Bezeichnungen abgrenzt, andererseits aber als heterogen entlang von Differenzkategorien beschreibt. Die sozialwissenschaftlich und diskurslinguistisch informierte Analyse zentraler Lehrbücher (1991-2021) deckt dabei ein fundamentales Konstitutionsproblem auf: Die PbgB postuliert ihre Einheit, indem sie die explizierte Heterogenität ihres Gegenstandes verkennt. Die Befunde stoßen eine notwendige Debatte über die Fundamente der PbgB an.

Mai 2026, 264 Seiten, Klinkhardt forschung. Beiträge zur Theorie und Geschichte der Erziehungswissenschaft, Bd. 53, Deutsch
Klinkhardt Julius
978-3-7815-2766-9

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