Die Datenverarbeitung der Schweiz

Zur Informatik der staatlichen Verwaltung, 1960-1986

Diese technikhistorische Studie zum Strukturwandel des staatlichen Handelns in der Schweiz rekonstruiert, wie der Einsatz von Computern und Datenbanken in den Verwaltungen seit 1960 neue politische Handlungsmöglichkeiten eröffnete und zugleich die Komplexität des Verwaltungshandelns erheblich steigerte. Ricky Wichum untersucht fünf Aushandlungszonen der staatlichen Informatik - Time-Sharing, Einwohnerdatenbanken, Information, AHV-Nummer und Datenschutz -, in denen an einer rechnergestützten Verwaltungswirklichkeit gearbeitet wurde. Im Mittelpunkt steht die Informatikforschung der ETH Zürich, die sich in den 1970er Jahren als wissenschaftliche Disziplin etablierte und ihre Expertise in die Problemlagen der digitalen Verwaltung einbrachte. Sie orientierte ihr Computerwissen an der Tradition bürokratischer Datenverarbeitung und experimentierte mit dem Föderalismus als Ordnungsmodell für vernetzte Datenbanken, um die Autonomie digitaler Systeme und ihrer Nutzer zu steigern.

August 2026, 273 Seiten, Geschichte der technischen Kultur, Bd. 18, Deutsch
Brill I Schoeningh
978-3-506-70548-8

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