Ist der Neoliberalismus tot? Dieses Buch widerspricht. In einer Zeit, in der soziale Ungleichheit explodiert und demokratische Strukturen erodieren, formiert sich die neoliberale Ideologie neu. Anpassungsfähig wie ein Chamäleon, hat sie ihre Farbe gewechselt - autoritärer, härter, reaktionärer. Der Band folgt den Spuren dieser Verwandlung. Er legt dar, wie neoliberales Denken auch in Zeiten von Krisen den Ton vorgibt. Thinktanks, Lobbygruppen und strategische Netzwerke wirken daran mit, marktradikale Interessen zu stärken. Demokratie erscheint zunehmend als formale Hülle, während zentrale Weichenstellungen jenseits öffentlicher Kontrolle erfolgen. Wir erleben keinen Rückzug, sondern eine neue Phase eines Neoliberalismus, der gesellschaftliche Spannungen verschärft. Findet der Neoliberalismus, bereits in den 1970ern unter der Militärdiktatur in Chile laborartig erprobt, gar zu sich selbst? Pointiert und nah an aktuellen Ereignissen, eröffnet Norbert Nicoll ein vertieftes Verständnis der neoliberalen Logik - und damit der Ursachen von Konflikten unserer Zeit. Und er fragt nach Gegenstrategien: den ¿Kampf um die Köpfe¿ und jenen um Eigentumsfragen gelte es anzunehmen.

