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Das moderne Subjekt zwischen Selbsttransparenz und Selbsttäuschung

Narrative Bewusstseinsanalyse in Les Égarements du c¿r et de l'esprit von Crébillon fils

Die Studie widmet sich dem Werk Les Égarements du cœur et de l'esprit (1736-1738) des Schriftstellers Crébillon fils, einem libertinen Ich-Roman und Schlüsselwerk der französischen Frühaufklärung. Mittels der Verknüpfung narratologischer und bewusstseinskritischer Theorien und Methoden wird anhand der Geschichte rund um die erotische Initiation des siebzehnjährigen aristokratischen Protagonisten Meilcour dargelegt, wie sich das moderne menschliche Bewusstsein im Spannungsfeld von Selbsttransparenz und Selbsttäuschung, von Identität und Alterität sowie von individuellen und gesellschaftlichen Formationen und Deformationen menschlicher Subjektivität behaupten muss. Im Zentrum steht dabei die in diesem Roman durch genuin literarische Verfahren verwirklichte Inszenierung von Selbsttäuschungsmechanismen, die sich mit La Rochefoucauld als ¿amour-propre¿, mit Marx/Engels als ideologische Verhaltensweisen oder mit Sartre als ¿mauvaise foi¿ bezeichnen lassen, und die doch gleichzeitig eine Bewusstseinsleistung darstellen. Die vorliegende Arbeit versteht sich daher als Studie zur narrativen Bewusstseinserforschung und liefert durch ein präzises und detailreiches Close Reading einen Einblick in die Dialektik von Selbsttäuschung und Selbsttransparenz sowie einen Einblick in die Möglichkeiten und Grenzen des Selbstverstehens des modernen Subjekts.

Januar 2026, 478 Seiten, Französisch/Deutsch
Königshausen & Neumann
978-3-8260-9620-4

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