Berthold von Neuffen. Ein heimlicher Ratgeber Kaiser Ludwigs des Bayern

Forschungen zu Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters. Beihefte zu J. F. Böhmer, Regesta Imperii

Die vorliegende Studie widmet sich Graf Berthold VI. von Graisbach und Marstetten, genannt von Neuffen (¿ 1342), einem der engsten und bislang wenig beachteten Ratgeber Kaiser Ludwigs des Bayern. Auf breiter urkundlicher Grundlage rekonstruiert die Arbeit erstmals systematisch seine politische Rolle im Umfeld des Wittelsbachers. Von den frühen Jahren im Rat der bayerischen Herzöge bis zu seinen zentralen Aufgaben im Reich und in Reichsitalien wird Bertholds Wirken als Vermittler, Diplomat und militärischer Funktionsträger nachgezeichnet. Besondere Aufmerksamkeit gilt seinem Anteil an der Ausbildung landfriedenspolitischer Bündnisse sowie seiner Tätigkeit als Hauptmann in Oberbayern und als Generalvikar in Italien. Zugleich erschließt die Untersuchung Bertholds regionale Herrschaftspraxis und seine Einbindung in das schwäbisch-bayerische Adelsgefüge. Durch die Verbindung von Reichs- und Landesgeschichte gelingt eine Neubewertung adliger Handlungsspielräume im 14. Jahrhundert. Mit einem umfangreichen Regestenanhang, der über die RI-Datenbank als E-Ressource zugänglich ist (https://www.regesta-imperii.de/BH54-neuffen_AnhangRegBvN), erschließt die Arbeit die überlieferten Quellen und bietet eine verlässliche Grundlage für weitere Forschungen.

Juli 2026, 571 Seiten, Regesta Imperii - VII: Die Regesten Kaiser Ludwigs des Bayern (1314-1347), Deutsch
Böhlau-Verlag GmbH
978-3-412-53572-8

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