Barocke Prälaturen oberdeutscher Zisterzienser

Raumfolgen & Bildprogramme

Für die oberdeutschen Zisterzienser der Neuzeit war die weltabge­wandte ­Existenz ihrer mittelalterlichen Vorgänger bereits Geschichte. Im Rahmen der reichs- und ordenspolitischen, wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Randbedingungen des 17./18. Jahrhunderts mussten Beziehungen gepflegt und tradierte Rechte verteidigt werden, einem epochenbedingt steigenden Bauaufwand Rechnung getragen und dem Dekorum von Aus­stattung genügt werden. Der klausurfreie Wohn- und Amtssitz eines (Reichs-)Abtes - die hier hervorgehobene Prälatur - gewann an Repräsentation. Vesti­büle, Stiegen­häuser, Tafelzimmer, große Säle, die Abtswohnung und ihr zugeordnete ­Gästezimmer boten Möglichkeiten der Äußerung von Bild­programmen mit gezielt unterlegten Botschaften, ob nun reichspolitisch, konfessionell-katholisch, zur Selbstlegitimation oder geistlich-zisterziensisch motiviert. Die Arbeit fragt nach Kategorien, Ordnungen und Qualitäten von Raum und Bild, in denen sich das Selbstverständnis oberdeutscher Zister­zienseräbte zwischen ursprünglich auferlegter Simplicitas und selbsterhaltend notwendiger Außendarstellung reflektierte.

Juli 2026, 592 Seiten, Studien zur internationalen Architektur- und Kunstgeschichte, Bd. 206, Deutsch
Imhof Verlag
978-3-7319-1590-4

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