Azurschleim

Lyrik und Materie seit Rimbaud

In Rimbauds berühmtestem Gedicht Le Bateau ivre erscheint das Bild des "Azurschleims", das Sprache als viskose Masse darstellt. Mit der Sprache sind wir für Rimbaud körperlich in die Welt eingebunden. In dieser Annahme identifiziert Rothbart einen eigenständigen lyrischen Modus und geht Rimbauds materieller Imagination nach: seinem Sensualismus, seiner anhaltenden Sorge um sich selbst sowie seiner sinnlichen Geschichtsauffassung. Azurschleim beschreibt einen "Lyrismus der Materie", der sich nicht in Sprache erschöpft und über die Literatur hinausweist - in Stoffkulturen, Selbstentwürfe und in die Malerei. Nicht selten verbindet ein Gedicht mehr mit einem Gemälde als mit einem anderen Gedicht.

April 2026, 336 Seiten, Passagen Philosophie, Deutsch
Passagen
978-3-7092-0655-3

Weitere Titel zum Thema