Zweitsprachaneignung als Ko-Konstruktion
Im Zuge globaler Migrationsbewegungen wandern seit langem auch Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter nach Deutschland ein. Diese Arbeit nimmt unterschiedliche Ebenen der Beschulung dieser migrierten Schüler*innen in den Blick und setzt sie miteinander in Beziehung. Kern des Interesses sind Praktiken, die Schüler*innen bei der gemeinsamen Aufgabenbearbeitung vollziehen. Es wird untersucht, auf welche multimodalen Ressourcen die Schüler*innen bei der Aufgabenbearbeitung zurückgreifen und inwiefern in den dabei stattfindenden Interaktionen Zweitsprachaneignungsprozesse sichtbar werden. Zweitsprachaneignung wird dabei als situierter, relationaler und ko-konstruierter Prozess zunehmender Partizipation an zielsprachlichen Praktiken verstanden, sodass die untersuchten Peer-Interaktionen nicht als isolierte, idealtypische Phänomene betrachtet werden, sondern in ihrer unterrichtlichen und schulischen Situiertheit in den Blick genommen werden - aus einer emischen und holistischen Perspektive.
Waxmann
978-3-8188-0130-4

