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Welcher Gott für welche Gesellschaft und Welt?

Das Konzil von Nizäa und die Zerrissenheit des Christentums

Die Frage im Titel dieses Bandes Welcher Gott für welche Gesellschaft und Welt? setzt zweierlei voraus. Erstens: Es besteht ein Zusammenhang zwischen dem Verständnis von Gott auf der einen und der Gestaltung von Gesellschaft und Welt auf der anderen Seite. Zweitens: Die Rede von Gott ist ebenso vieldeutig, wie es unterschiedliche Vorstellungen über Gesellschaft und Welt gibt. Die Frage Welcher Gott für welche Gesellschaft und Welt? impliziert einen unausweichlichen Bezug von Gott, Mensch und Welt. Die Analyse des persönlichen, pastoralen und politischen Funktionierens dieses Bezugs gehört zum Kern der Beschäftigung mit der Gottesfrage, weil diese bezogen auf die jedesmaligen wirklichen Lebensverhältnisse gesehen und bearbeitet werden muss. Edward Schillebeeckx hat es so formuliert: 'Das gesellschaftliche Funktionieren des Gottesglaubens kann man nicht von der theologischen Bedeutung des Gottesglaubens isolieren.' Das gilt ebenso für die Leugnung des Gottesglaubens, denn auch diese hat eine gesellschaftliche Funktion. Im Namen von beiden Positionen sind in der Geschichte ebenso menschliche Großtaten wie unmenschliche Scheußlichkeiten begangen worden. Der Untertitel des Bandes Das Konzil von Nizäa und die Zerrissenheit des Christentums bezieht sich auf die Tatsache, dass das Konzil von Nizäa im Jahr 325 in der Geschichte des Christentums eine Zäsur von solcher Art darstellte, dass davon die Rede ist, es sei 'als erstes ökumenisches Konzil zu welthistorischer Bedeutung gelangt'.

Februar 2026, 248 Seiten, Deutsch
Exodus Edition
978-3-907386-07-1

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