Produktivität um jeden Preis?

Wirtschaft und Gesellschaft zwischen Konzentration, Selbstoptimierung und Selbsttäuschung

Wir leben in einer Zeit, in der Produktivität zur neuen Leitkultur geworden ist. Apps, Coachings, Planer und Bestseller versprechen den entscheidenden Durchbruch: mehr Fokus, mehr Effizienz, mehr Erfolg. Doch je mehr wir an unserer Produktivität arbeiten, desto häufiger beschleicht uns ein paradoxes Gefühl: Wir sind beschäftigt, aber kommen nicht wirklich voran. Patrick Peters nimmt die moderne Produktivitätskultur kritisch unter die Lupe. Er zeigt, wie aus einem sinnvollen Organisationswerkzeug eine allgegenwärtige Ideologie wurde - mit religiösen Zügen, moralischem Druck und milliardenschwerer Industrie im Hintergrund. Zwischen Methoden für konzentriertes Arbeiten, Minimalstrategien zur Verhaltensänderung und Selbstvermessung fragt er: Was funktioniert tatsächlich, und was ist nur geschickt vermarkteter Selbstoptimierungswahn? Mittels Psychologie, Soziologie, Organisations- und Kommunikationswissenschaft analysiert Peters, warum manche Methoden Konzentration, Kreativität und Wirksamkeit fördern, während andere vor allem Geschäftigkeit produzieren. Er trennt Prinzipien von Moden, Evidenz von Hype - und gibt Leserinnen und Lesern ein wissenschaftlich belastbares Raster an die Hand, um Produktivitätskonzepte eigenständig zu beurteilen. Das Buch richtet sich an alle, die sich nicht länger von der Logik permanenter Optimierung treiben lassen wollen. Es plädiert für einen Paradigmenwechsel: weg vom bloßen Effizienzdenken, hin zu echter Wirksamkeit und Sinn. Eine kluge, pointierte Argumentation für Arbeit als Teil eines guten Lebens und für Produktivität ohne Selbstverlust.

September 2026, ca. 200 Seiten, Wirtschaft kontrovers, Deutsch
Kohlhammer
978-3-17-047232-7

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