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Pornografie und Gotteslästerung

Libertinismus in Deutschland

Ein libertines Buch sei eines, 'in dem Unzucht und Ungläubigkeit auf gefällige Weise verquickt' seien, schrieb der Marquis de Sade über den Roman Thérèse philosophe des Marquis d'Argens, eines Höflings Friedrichs II. Libertine Bücher, in denen Pornografie mit Blasphemie einhergeht, Freizügigkeit mit der Leugnung Gottes und der unsterblichen Seele, gibt es seit der Renaissance. Sie feierten im Frankreich der Aufklärung ihre Blütezeit. Aber in Deutschland? Was die Wissenschaft lange nicht wahrhaben wollte, weiß man heute besser: Es existieren viele pornografische Titel in deutscher Sprache, und klassische deutsche Autoren haben Schriften veröffentlicht, die gleichermaßen freizügig wie blasphemisch sind: Goethe, Wieland, Heinse.


Markus Bernauer erzählt erstmals umfassend die Geschichte der libertinen Literatur in Deutschland im europäischen Kontext. Er spannt den Bogen von der Antikenbegeisterung in der italienischen Renaissance, die Hurengeschichten des Barock und der Aufklärung über obszöne Erziehungsromane, antiklerikale Pornografie und pornografisches Theater bis hin zu Großstadtsatiren und Prostitutionsführern. Nicht zu vergessen die deutschen Klassiker und den preußischen Hof Friedrichs II., wo man hätte glauben können, 'die sieben Weisen Griechenlands unterhielten sich im Bordell' (Voltaire).

März 2026, 970 Seiten, Deutsch
Matthes + Seitz
978-3-7518-2111-7

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