Palma africana

Palmöl, Macht, Kapital und die Zerstörung der Tropen

Von Tomatensuppe über Babynahrung bis hin zu Biodiesel - Palmöl ist das Elixier, aus dem etliche erdenkliche Wesensformen hervorgehen, ein regelrechter Alchimistentraum, der in allem enthalten ist und nicht nur seinen Weg in die Hälfte aller verpackten Waren in unseren Supermärkten gefunden hat. Auch immer größere Flächen der Regenwälder, einstige Paradiese für Tiere, Vögel und Pflanzen, zieren seine Plantagen. Die Liste der damit verbundenen Schrecken - klimatischer, biologischer und sozialer Art - wird dabei zusehends länger. Aber anstatt zumindest Trost in unseren üblichen Etiketten vom 'Verlust des Lebensraums', von 'Menschenrechtsverletzungen' und 'Klimawandel' zu finden, ist der Schock dieser Worte längst verklungen. Sie sind, wie William Burroughs schrieb, gleich Tieren auf einem Blatt eingesperrt - erst wenn man sie ausschneidet und ihnen wirklich Aufmerksamkeit zuteilwerden lässt, können sie ihre Wirkung wieder entfalten.

Durchdrungen von den Erfahrungen einer lebenslangen ethnografischen Erforschung Kolumbiens untergräbt Michael Taussigs  Palma Africana die Banalität der Zerstörung, die überall um uns herum stattfindet. So entfaltet sich eine Reise durch eine verwundete Landschaft - und der Versuch, im Zeitalter globaler Agrarindustrie eine andere Wahrnehmung zu retten: eine, in der Natur mehr ist als Ressource und Schreiben mehr als Bericht.

September 2026, ca. 300 Seiten, Deutsch
Matthes + Seitz
978-3-7518-2147-6

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