Nietzsche und die Architektur

Nietzsche und die Architektur

In dieser umfassenden Studie wird die Bedeutung, die die Architektur und die Stadt für den späten Nietzsche erhielt, herausgearbeitet. Im Frühjahr und wieder ab Herbst 1888 verbrachte Friedrich Nietzsche seine letzten anfallfreien Monate in Turin. Im Gegensatz zum Klischee des Philosophen, der in Zwiesprache mit der Natur, auf Bergwegen und verlassenen Meeresstränden seine Gedanken entwickelte, pries er die Stadt in sich überstürzenden Lobeshymnen. Turin sei die Stadt, die er jetzt brauchen könne. Sie schmeichle seinen »Instinkten« und sei ein »Paradis für die Füße«. »Neulich sagte ich mir: einen Ort zu haben, wo man nicht heraus will, nicht einmal in die Landschaft, wo man sich freut, in den Straßen zu gehen! - früher hätte ich's für unmöglich gehalten.« Bisher kaum beachtet, wandelte sich Nietzsche in Turin zum Städter und »philosophischen Flaneur«, auf dessen langen Stadtspaziergängen die Architektur sich zum Medium der Erkenntnis wandelte.

März 2026, 194 Seiten, Deutsch
Königshausen & Neumann
978-3-8260-9775-1

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