Mediationen vor dem Eintritt des Erbfalls
Obwohl erbrechtliche Konflikte häufig sind und oft mit gravierenden Folgen für die familiären Beziehungen einhergehen, beschäftigen sich künftige Erblasser selten aktiv mit der Planung ihres Nachlasses. Das Mediationsverfahren wird vor Eintritt des Erbfalls daher aktuell kaum genutzt. Dabei bieten sich Mediationen gerade im Erbrecht als Idealmodell der Konfliktlösung an. Die Arbeit zeigt auf, dass neben klassischen Mediationen auch dort ein mediationsanaloges Setting gewinnbringend eingesetzt werden kann, wo eine herkömmliche Mediation nicht in Betracht kommt, da etwa kein Konflikt vorliegt oder es infolge einer gewünschten Testamentserrichtung durch den Erblasser an Mitwirkungsmöglichkeiten der Erben fehlt. In diesem Zusammenhang werden verschiedene Möglichkeiten für die konkrete Ausgestaltung dieser Verfahren beschrieben. Da der Erblasser zudem durch die Aufnahme einer Mediationsklausel in der Verfügung von Todes wegen die Nutzung von Mediationen im Konfliktfall regeln und mithin eine effektive Konfliktvorsorge betreiben kann, werden schließlich unter Nennung von Formulierungsvorschlägen verschiedene Optionen für die Gestaltung von Mediationsklauseln analysiert.
Metzner, Wolfgang Verlag
978-3-96117-157-6

