Küstenerosion im Mittelmeerraum: Klima und Anthropogenisierung in Tunesien

Die tunesische Küste, die stellvertretend für die Mittelmeerküsten steht, die durch den Klimawandel, den Anstieg des Meeresspiegels und den menschlichen Druck gefährdet sind, zeigt eine allgemeine Erosion, die sowohl natürliche als auch urbanisierte Bereiche betrifft. Drei Gebiete wurden analysiert: Rafraf, der Golf von Tunis (Port aux Princes-Sidi Daoued) und Hammamet. In Rafraf fördert eine Buhne die Akkretion stromaufwärts, führt jedoch zu einem Sedimentungleichgewicht stromabwärts. Zwischen Port aux Princes und Sidi Daoued ist der Rückgang der Küstenlinie seit einem Jahrhundert trotz des Fehlens größerer anthropogener Belastungen auf den Anstieg des Meeresspiegels und die lokale Hydrodynamik zurückzuführen. In Hammamet wird die jüngste Erosion durch die Urbanisierung und die Zunahme der hydrodynamischen Energie verstärkt, was zu einer granulometrischen Veränderung der Sedimente führt. Diese Ergebnisse unterstreichen die zentrale Rolle der Küstenzellen und die Bedeutung eines integrierten und nachhaltigen Managements der Mittelmeerküsten, das auf dem Verständnis der natürlichen Prozesse und der Anpassung an den Klimawandel beruht.

Februar 2026, ca. 68 Seiten, Deutsch
Verlag Unser Wissen
978-620-9-65181-6

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