Identität, Differenz und Abgrenzung

Studien zu christlich-jüdischen Beziehungen im Mittelalter

Identität ohne Abgrenzung von dem, was außerhalb liegt, kann es kaum geben. Dies trifft nicht nur auf minoritäre Gruppen und Minderheiten zu, sondern auch auf die jeweilige Mehrheit, die sich von Abweichendem distanziert. Identität hebt Differenzen hervor, die positiv oder negativ gedeutet werden. Gegenüber anderen, im Spätmittelalter zunehmend an den Rand gedrängten Gruppen unterschieden sich die Juden durch ihre eigenständige und umfassende, vor allem religiös strukturierte Kultur, die ihnen auch Zusammenhalt und Selbstbehauptung bot. Die Sorge, in der Diaspora unterzugehen, blieb immer präsent. Vor allem im Laufe des Spätmittelalters errichteten und festigten die christliche Kirche und christliche Obrigkeiten Barrieren und Abgrenzungen. In einer Zeit zunehmender Anomie, in welcher herrschende Normen ins Wanken gerieten und bestehende Werte und Orientierungen an Verbindlichkeit verloren, wurde immer mehr als abweichend Empfundenes als Bedrohung wahrgenommen, schärferer Repression unterworfen und an den Rand gedrängt. Identität, Differenz und Abgrenzung versammelt zehn Studien von Hans-Jörg Gilomen zu christlich-jüdischen Beziehungen im Mittelalter, die unterschiedliche Aspekte dieses Spannungsfeldes thematisieren.

Februar 2025, 502 Seiten, Forschungen zur Geschichte der Juden / Abteilung A: Abhandlungen, Bd. 34, Deutsch
Harrassowitz Verlag
978-3-447-12319-8

Weitere Titel der Reihe: Forschungen zur Geschichte der Juden / Abteilung A: Abhandlungen

Alle anzeigen

Weitere Titel zum Thema