Meine Ahnin, die Hexe, und ich

Eine Geschichte von Familie, Wut und Weiblichkeit

Schön, stolz, nervig - diese Attribute brachten Frauen wie Sidonia von Borcke einst auf den Scheiterhaufen. Und heute? Ernten sie Shitstorms, Belehrungen oder Häme. Warum ist die Angst vor der unangepassten Frau noch immer so lebendig? Juliane Schiemenz, eine Verwandte von Sidonia, folgt den Spuren ihrer legendär gewordenen Ahnin, die 1620 als Hexe verurteilt wurde. Zänkisch und unersättlich soll diese gewesen sein. Kein Wunder! Weder heiratete sie, noch bekam sie Kinder, stattdessen stritt sie vor Gericht um ihr Erbe. Die Männer waren genervt. Auch heute keine unbekannte Konstellation: Wer keine Ruhe gibt, auf dem eigenen Standpunkt beharrt, gilt als 'zickig' oder 'angry'. Frauen - ob alleinerziehend, geschieden, mit oder ohne Job - stehen für ihre Lebensentscheidungen oft in der Kritik.
In einer packenden Mischung aus historischer Spurensuche und autobiografischer Erkundung legt Juliane Schiemenz damalige und heutige Erwartungen an Frauenleben frei. Sie zeigt, wie tief die Vorbehalte gegen unangepasste Frauen wurzeln. Ein mutiges, persönliches Plädoyer, dem Druck der Norm etwas Eigenes entgegenzusetzen.

octobre 2026, env. 240 pages, Allemand
Rowohlt Berlin
978-3-7371-0249-0

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