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Die Nashörner

Eugene Ionesco gilt nicht allein als Begründer eines besonderen dramatischen Stils. Seit seinem ersten großen Erfolg mit >Die kahle Sängerin< (1950) feierten Kritiker und Publikum in seinem absurden Theater das moderne Theater schlechthin.
In seinem nach wie vor berühmtesten Stück >Die Nashömer< protokol-liert Ionesco die Verwandlung einer ganzen Stadt in eine Schar schnaubender, mörderischer Dickhäuter. So, als sei das Normale heute schon Heldentum, entgeht einzig der ganz gewöhnliche, aber freie und verantwortungsbewußte Behringer der grausigen Verwandlung. »Behringer ist das, was lonesco später >Helden der Arrièregarde< genannt hat, die sich bösem Fortschritt, verhängnisvollen Entwicklungen entgegenstemmen, die am Platz bleiben, >Mensch< sind und nicht >neuer Menseh< werden, gegen Zukunftsglauben als Aberglauben. Die Metamorphose >vom Schmetterling zur Raupe<, vom fliegenden zum trampelnden Wesen, vom träumenden Einsamen zum grunzenden Herdentier wird verweigert... Ionesco hat die Ausbreitung des politischen Fanatismus wie die einer Epidemie in seinen Tagebüchern der Bukarester Zeit verzeichnet und dort schon das Bild von den Nashörnern gebraucht, das ihm zu den zoologischen Begriffen der Eisernen Garde, der Befreiung des Instinkts, des Vitalen paßte.« (François Bondy).
Und so erweist sich das Absurde in diesem Stück als zeitgemäße Formulierung der Humanität.

Februar 1989, 112 Seiten, Theater / Regie im Theater, Deutsch
Fischer Taschenb.
978-3-596-27034-7

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