Die Mitgift im Statut von Kotor

Ein Beitrag zur Rezeption des römischen Rechts im mittelalterlichen Südosteuropa

Dieses Buch widmet sich der Untersuchung der Mitgift (dos,perchivium/parchivium/pr¿ija) im Statut von Kotor (Cattaro) aus dem 14. Jahrhundert als einem rechtshistorisch und rechtssystematisch bedeutsamen Beispiel für die Rezeption des römischen Rechts im mittelalterlichen Südosteuropa. Der Untersuchungsgegenstand ist eingebettet in den weiteren Kontext dalmatinischer Stadtrechte und wird im Rahmen der Rezeption römischer Rechtsinstitute analysiert. Das zentrale Erkenntnisinteresse liegt in der Frage, wie römischrechtliche Konzepte wie dos, aestimatio dotis, donatio propter nuptias sowie die Regelungen zur Rückerstattung der Mitgift im Fall von Tod oder Ehescheidung in das Statut von Kotor übernommen, modifiziert und lokal funktionalisiert wurden. Im Zentrum der Arbeit steht die Verknüpfung dogmengeschichtlicher Analyse mit einer kontextbezogenen rechtshistorischen Auswertung. Methodologisch wird ein komparativer Zugang gewählt, der nicht nur das Stadtrecht von Kotor, sondern auch andere adriatische Statuten wie jene von Dubrovnik und in gewissem Maße Venedig berücksichtigt. Dabei wird insbesondere auf die Notariatspraxis eingegangen, die im spätmittelalterlichen Kotor eine zentrale Rolle bei der konkreten Ausgestaltung und Durchsetzung der Mitgiftregelungen spielte. Ebenso wird der Einfluss venezianischer Rechtsvorstellungen auf das lokale Recht erörtert, insbesondere hinsichtlich der Verschmelzung von geschriebenem Recht, kommunaler Rechtsgewohnheiten und notarieller Formeltradition.

Juni 2026, Deutsch
Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
978-3-658-51654-3

Weitere Titel zum Thema