Der Mann fürs Bunte

Franz Burda und sein Medienunternehmen

30.9.2026: 40. Todestag Franz Burdas

Das neue Medium wurde seine Chance: Franz Burda (1903-1986), Sohn eines kleinen Druckereibesitzers im beschaulichen Offenburg, war früh zur Stelle, als sich Mitte der zwanziger Jahre der Siegeszug des Rundfunks abzuzeichnen begann. Ausgehend von der Radio-Programmzeitschrift Sürag entwickelte Burda seinen Betrieb, der auch in der NS-Zeit weiterwuchs, nach dem Krieg zu einem Druck- und Verlagskonzern, der heute zu den größten Medienunternehmen Deutschlands zählt.

Nach politischer Anpassung im 'Dritten Reich', "Arisierungs"-Gewinnen und geschicktem Agieren in der Besatzungszeit bediente Franz Burda vom Südwesten aus die junge Bundesrepublik millionenfach mit farbigem Unterhaltungsstoff, Schnittmustern und Warenkatalogen. Aus der Illustrierten-Konkurrenz der fünfziger Jahre ging die Bunte dauerhaft erfolgreich hervor, Burda Moden von Ehefrau Aenne prägte maßgeblich den Kleidungsstil der Epoche, und mit der alljährlichen "Bambi"-Verleihung schrieben sich die Burdas in die Geschichte der deutschen Fernsehunterhaltung ein. Entlang der Biographie des Firmengründers legen die Autoren den politischen Kern einer "bunten" Unterhaltung frei, die in drei politischen Systemen verfing. Zugleich eröffnet ihre anschauliche Darstellung einen frischen Blick auf die Medien-, Gesellschafts- und Mentalitätsgeschichte der "alten" Bundesrepublik.

September 2026, ca. 400 Seiten, Deutsch
Beck, C H
978-3-406-85328-9

Weitere Titel zum Thema